Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Walter Pothmann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von trauer.de Redaktion, Hamm
19.08.2011 um 12:04 Uhr von VRSEr hatte "mehr Evangelisches drauf" als so mancher gestandene Pastor. Dabei war er kein studierter Theologe sondern "nur" der Hausmeister des Predigerseminars. Er war es aber vierzig Jahre lang. In dieser Zeit lernte er 2400 Vikare und Vikarinnen aus der Nähe kennen, darunter auch die grüne Politikerin Antje Vollmer. Dem späteren Präses Hans Thimme, dem ersten Nachkriegs-Ephorus in Soest, wurde er als rechte Hand unentbehrlich.
Mit vielen späteren Größen der evangelischen Kirche Westfalens, die ihn als "die Seele" des Seminars kennenlernten, hielt er in Clemens Hüntemanns "Bräustübl" Dämmerschoppen. Er lernte: "Ob einer ein guter Pastor wird oder nicht, das sieht man schon dem jungen Vikar an".
Am lebhaftesten konnte er von den Reisen des Predigerseminars erzählen, an denen er teilnahm. Paris, Prag, Moskau und Warschau hießen ein paar Ziele. In Krakau diskutierten die Soester zwei Stunden mit Kardinal Woytila und staunten, was der alles über das Soester Predigerseminar wusste. 1990 traf er den Krakauer in Rom wieder, jetzt in der Rolle des Papstes. Walter Pothmann erinnerte ihn an die Begegnung in Krakau, "und da fiel dem das doch tatsächlich wieder ein!"