Karl-Hans Ilaender

Karl-Hans Ilaender

* 12.10.1931
† 17.01.2012 in Soest
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

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Die früheste Erfahrung mit Soest machte Karl Hans Ilaender beim Großangriff am 5. Dezember 1944. Er wollte im Thomäbunker Schutz suchen, aber als er da ankam, waren die Türen schon zu. Er warf sich in den Eingang, und da lag er nun mittendrin: "Der Bunker kriegte einen Treffer, Akku Hagen fing an zu brennen - beinahe wär' alles aus gewesen!" Auch als er nach dem Krieg bei Franz Kerstin in die Lehre kam- "die härteste, die's damals gab!" - lernte er Soest nicht von den angenehmsten Seiten kennen: "Kerstin - das war eine Schufterei, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen!" Bei Kerstin lernte Karl Hans Ilaender seinen Chef Ludwig Riemenschneider kennen. Der war der erste gewesen, der als einfacher Mitarbeiter bei Kerstin angefangen war, zunächst Teilhaber wurde und am Ende alles erbte. Der Junge aus Buer, 31 geboren und in der Kinderlandverschickung "halb verschmachtet", war 1944 nach dem Soldatentod seines Vaters nach Soest zu Tante Else Topp gekommen, der Schwester seiner Mutter. Ob er sich an Ludwig Riemenschneider ein Beispiel nehmen konnte? Karl Hans llaender wurde bei Kerstin 1956 Abteilungsleiter, 1959 Leiter des Großhandels und 1972 Mitgesellschafter neben Riemenschneider. Der hatte sich entschlossen, den jungen Ilaender zu adoptieren, aber als das am Ende nicht funktionierte, durfte das Finanzamt zulangen. 62 Prozent des ererbten Vermögend mussten abgeführt werden, ein achtstelliger Betrag. "Ich hab' ein Jahr nicht geschlafen", erinnerte sich Ilaender noch lange danach. Die Steuern kriegte er nicht aus der Welt. Wohl aber erreichte er Zahlungsmodalitäten, die ihm Luft ließen. Das war sein Glück. Denn seit Riemenschneiders Tod wurde das Personal verdoppelt und der Umsatz verdreifachte sich. Soest war ihm längst zum neuen Zuhause geworden. Auch Freunde hatte er gefunden, die verlässlichsten im katholischen Bund Neudeutschland, einer Schülergemeinschaft. Hier fand er so unterschiedliche Gesinnungsgenossen wie den Historiker Dr. Ulrich Löer und den Steinmetz Alfons Düchting. Es traf sich zudem, dass er in Dieter Mohme einen weiteren Soester Verwandten vorfand. Dessen Mutter war eine Schwester seines gefallenen Vaters. Auch im weiten Umfeld von St. Patrokli engagierte er sich. Nacheinander gehörte er dem Kirchenvorstand und dem Kuratorium des Marienkrankenhauses an. Am engsten verbunden war er indes dem Domchor, dem er über 50 Jahre lang angehörte. Der Chor war es denn auch, der ihm im Herbst einen 80. Geburtstag bescherte, wie ihn nicht jeder erlebt. Es war ein Fest, bei dem mehr gesungen als geredet wurde. ln der Erinnerung der vielen Gäste hatte das Geburtstagskind alles mitgesungen, aber das war in Wirklichkeit gar nicht so. Im Kampf um seine Gesundheit hatte ihm der Verlust der Stimme besonders viel zu schaffen gemacht.

WESTFÄLISCHER ANZEIGER

vom 28.02.2012
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