Ida Papendick

Ida Papendick

geb. Burholt
* 13.09.1925
† 24.08.2015
Erstellt von Westfälischer Anzeiger
Angelegt am 26.08.2015
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Herzliches Beileid!

16.09.2015 um 18:07 Uhr von Elisabeth Donovan (geb. Adrian)

An die Gebrueder Papendick und Familien,

Ich erfuhr vom Tode Eurer Mutter durch das Internet und moechte Euch meine herzliche Teilname aussprechen. Als ehemalige Nachbarin erinnere ich mich sehr gut an Eure Mutter.

Hovestadt

10.09.2015 um 10:22 Uhr von VRS

Die Hovestädter Geschäftsfrau Ida Papendick war seit Anfang der 50er Jahre eine Institution an der Nordwalder Straße. Ihr Textil- und Kurzwaren-Geschäft führte alles von der Wolle, über Strümpfe und Kittel bis zum Oberhemd. Das Geschäft existierte fast 65 Jahre. Erst als Ida Papendick gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, die Kunden zu bedienen, gab sie das Geschäft auf. Jetzt starb die Hovestädterin im Alter von fast 90 Jahren.
Als Schwester von drei älteren Brüdern wuchs sie als Ida Burholt in Niederbauer in der Nähe des heutigen Anwesens Bertram in einem idyllisch gelegenen aber spartanisch ausgestatteten Haus auf. Nach ihrem Schulabschluss arbeitete sie im Haushalt des damaligen Gutes 'von Kleinsorgen in Brockhausen'. Sie sprach oft über diese 'schönste Zeit ihres Lebens' und erinnerte sich noch während der jüngsten Rollstuhl-Ausflüge in den Hovestädter Schlosspark gern daran, dass sie damals für das Ausspannen der Kutschpferde der sonntags zu Besuch kommenden gräflichen Familie regelmäßig ein Trinkgeld erhielt.
Aus Dankbarkeit für eine erfolgreiche Behandlung im damaligen St. Ida-Hospital versprach ihre Mutter dem Krankenhaus, ihre Tochter Ida zu einem Wechsel der Arbeitsstelle vom Haus Brockhausen nach Hovestadt ins Krankenhaus zu überzeugen. Nach ihrer Tätigkeit in Küche und Garten des St. Ida-Hospitals -- in dem Krankenhaus gebar sie später sechs Söhne und hier endete jetzt ihr Leben -- wechselte Ida Papendick auf den Hof der damaligen Familie Niehaus (heute Bertram). Dort musste sie die Schrecken der Endphase des zweiten Weltkrieges erleben.
Ihren aus Ostpreußen stammenden und als Schneidermeister tätigen späteren Ehemann traf sie 1946 erstmals als Kundin.
Der Kinderzuwachs in der inzwischen gegründeten Familie Papendick und die wachsende Kundschaft führten zu dem Abenteuer, die inzwischen bezogene Zwei-Zimmer-Mietwohnung gegen den Bau und Bezug eines Kleinsiedlungshauses auszutauschen. Bald folgte ein Ladenanbau, um sich neben der Schneiderei durch den Verkauf von Textilwaren ein zweites Standbein zu schaffen. Ida Papendick besuchte nun mit dem Fahrrad und einem Koffer voll Textilwaren die umliegenden Dörfer, um ihr gerade eröffnetes Geschäft einzuführen. Daraus entstanden jahrzehntelange geschäftliche und private Beziehungen. Die Entwicklung von Familie, Schneiderei und Geschäft führte dazu, dass das Kleinsiedlungshaus sein anfängliches Aussehen völlig verlor.
Der plötzliche und frühe Tod ihres Ehemannes (1977) brachte auch ein jähes Ende des beruflichen Duos. Der bis dahin praktizierte Dienst am Kunden führte dazu, dass deren Treue es Frau Papendick menschlich und wirtschaftlich ermöglichte, das Kleingewerbe allein weiter zu betreiben. Bei ihrer Tätigkeit spielten wirtschaftliche Belange eine untergeordnete Rolle. Sie sah es als ihre Aufgabe, jeden Kundenwunsch zu erfüllen, die Waren bei Bedarf zuzustellen und in besonderen Fällen auch mit selbst erstellten Mahlzeiten auszuhelfen. Was andere Anbieter durch den Wandel des Zeitgeistes nicht mehr führten: Bei Ida Papendick gab es das noch. Ihr Hund und ihre große Familie waren ihr dabei immer eine willkommene Abwechslung.
Im Frühjahr 2014 -- nach mehr als 60 jähriger Tätigkeit -- musste sie einsehen, dass 'es nicht mehr geht'. Bis dahin war ihr Rollator -- auch in ihrem Laden - ihr Begleiter. Der Wechsel in das Altenpflegeheim und der Schritt in den Rollstuhl waren wohl die einschneidenden Ereignisse ihres Lebens.
Sie starb als letztes Mitglied der Familie Burholt. J dümi

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