Ernst Otto Brucke

Ernst Otto Brucke

* in Lüdenscheid
† in Lüdenscheid
Erstellt von VRS Media
Angelegt am 16.12.2013
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Immer offen für die ganze Vielfalt des Lebens

16.12.2013 um 15:08 Uhr von VRS

Langjähriger Stadtwerke-Geschäftsführer Ernst Otto Brucke verstorben

 

LÜDENSCHEID. Man hatte sich aufs Feiern vorbereitet: Nächsten Mittwoch hätte Ernst Otto Brucke sein 85. Lebensjahr vollendet. Doch das Leben lässt sich eben nicht planen, auch wenn er genau das immer gerne gemacht hat. Am Dienstag verstarb der langjährige Vorstandssprecher der Lüdenscheider Stadtwerke.

 

Zwar hatte das Alter Spuren hinterlassen, doch kam der endgültige Abschied unerwartet und hinterlässt Familie, Freunde, frühere Kollegen geschockt. Wer gerne mit ihm gefeiert hätte, muss nun um ihn trauern.

 

40 Berufsjahre lang hat Ernst Otto Brucke „seine“ Werke fit gemacht für die Zukunft. Weitblickend, mit hohem technischen Verständnis, mit Organisationstalent und erfinderischer Begabung.
So sparsam, wie er dort mit Energie wirtschaftete, so verschwenderisch ging er zeitlebens mit seiner eigenen um. Ideenreich und begeisterungsfähig, vielfältig interessiert und engagiert, war er „immer da, wenn man ihn rief“, erinnert sich ein
Freund.

 

Ernst Otto Brucke war Lüdenscheider, besuchte das Zeppelin-Gymnasium und wurde 1945 mit 17 Jahren zum Wehrdienst eingezogen. Noch im selben Jahr, nach Verwundung, amerikanischer Gefangenschaft und Seuchenlazarett, wurde er entlassen und begann seinen beruflichen Weg letztlich mit mit einer Elektriker-Lehre. 1953 machte er nach dem Studium der Elektrotechnik Staatsexamen und heiratete – vor 60 Jahren – seine Ruth.

 

Ab da ging seine Karriere bei den Stadtwerken stringent und zügig bergauf. 1969 wurde er Technischer Direktor, 1972, nach Umgründung der Stadtwerke in eine GmbH Technischer Geschäftsführer. Die Organisation der Strom-, Wasser- und Gasversorgung der Stadt war sein Aufgabenfeld, speziell der Bereich der Wasserversorgung ein besonderes Hobby, das der Ingenieur seine „berufliche Liebe“ nannte. Tatkräftig und vorausschauend agierte er auch hier. Auf- und Ausbau des Wasserbeschaffungsverbandes, Ringleitungsnetz, Wasserqualität und Filterung, die Bäder der Stadtwerke und ein Wasserwerk Treckinghausen auf neuestem Stand – all das ist mit seinem
Namen verbunden.

 

Als er mit 65 Jahren „in den aktiven Ruhestand“ verabschiedet wurde, blieb endlich mehr Zeit fürs Reisen und für seine Ehrenämter. Der Rotarier wusste seine Möglichkeiten zum Wohle anderer zu nutzen. Das machte er auf die ihm eigene Art: mit viel Humor und noch mehr Perfektionismus. 1993 erhielt Ernst Otto Brucke das Bundesverdienstkreuz am Bande für, wie er es sah, Selbstverständliches. Die Vielfalt des Lebens, wie er es liebte, spiegelt sich in seinen Ehrenämtern. Die führten ihn unter anderem an die Spitze des Fördervereins „Ärztliche Beratungsstelle gegen Vernachlässigung und Mißhandlung von Kindern und Jugendlichen“. Zeitweise war er Schatzmeister des dem Stadtmuseum verbundenen Vereins für die Geschichte Preußens und der Grafschaft Mark.

 

Während seiner Berufsjahre engagierte er sich – neben der Mitgliedschaft in vielen Fachverbänden– aber auch beispielsweise im Vorstand des Vereins für Volkskrankheiten als Trägerverein
für das Hygiene-Institut Gelsenkirchen. Immer ein leidenschaftlicher
Sammler der Dinge, sammelte der erklärte Briefmarkenfreund
das Wesentliche zeitlebens nebenbei: das Vertrauen, die Hilfsbereitschaft und die Hochachtung derer, die Teil seiner Aktivitäten sein durften.

Gedenkkerze

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Entzündet am 16.12.2013 um 15:01 Uhr