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Erich Lütkenhaus

* 28.08.1924
† 31.10.2010
Erstellt von Westfälischer Anzeiger

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Über den Trauerfall (3)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Erich Lütkenhaus, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Von Trauer.de Redaktion, Hamm

04.11.2010 um 11:30 Uhr von VRS
Ordnung und Harmonie Erich Lütkenhaus ist tot: Der international renommierte Nestor der Hammer Kunstszene starb in seinem 86. Lebensjahr bereits am Sonntag nach langer, schwerer Krankheit. Schrille, bunte, "laute" Kunst war nicht das Ding von Erich Lütkenhaus; er setzte auf eher stille Arbeiten in zwei und drei Dimensionen, die ihre volle Wirkung erst entfalten, wenn sich der Betrachter intellektuell mit ihnen auseinandersetzt - und es ihm gelingt, über das Sichtbare hinaus zu denken. Lütkenhaus hat sich als Vertreter der Konkreten Kunst internationale Anerkennung erarbeitet. Diese Richtung gilt als "schwierig", weil sie sich dem Betrachter nicht auf den ersten Blick erschließt, sondern weil sie den Betrachter fordert: Konkrete Kunst strebt mit meist strenger Formgebung nach Gesetzmäßigkeit und Ordnung, in dialektischer Einheit zugleich aber auch nach Harmonie und Vorbildlichkeit. In seiner künstlerischen Kreativität hat Erich Lütkenhaus bis zum Schluss konsequente Kontinuität bewiesen - bei gleichzeitig bescheidenem persönlichem Auftreten. Nicht er selbst stand im Vordergrund, sondern immer seine Kunst - und zwar bis ins hohe Alter immer gerade die Kunst, die ihn aktuell beschäftigte. Von daher kamen Retrospektiven für ihn nicht in Frage. Auch in dieser Hinsicht war es immer die Konzentration auf das Wesentliche, das ihm am Herzen lag. Gemäß seinem Grundsatz: "Das schöpferische Tun ist eine Möglichkeit menschlicher Entwicklung." Konkrete Kunst steht immer in Beziehung zur Veränderung eines Raumes: in zwei Dimensionen, wie in seinen weißen Prägedrucken mit meist geometrischen Formen oder in drei Dimensionen mit meist ausladenden Raum-Installationen. Da waren die in meist konzentrischen Kreisen gehängten oder oder auf den Boden gelegten Holzkugeln, bei denen der Betrachter Teil der Installation wurde, wenn er sie vorsichtig durchschritt und so veränderte. Oder da waren die eisernen Kuben, die in linearer Reihung über das Ende ihrer selbst hinaus zu weisen schienen. Immer waren es die einfachen Mitteln, mit denen er Werke von nachhaltiger Ausdruckskraft schuf. Geboren wurde Erich Lütkenhaus 1925 in Dülmen-Hiddingsel. Zunächst verhinderte der Krieg seine Pläne, die er dann aber ab 1947 mit dem Kunststudium an der Werkkunstschule Dortmund doch noch realisierte. Nach dem Abschluss sammelte er 1950/51 in der Werkstatt für Glasmalerei und Mosaik Wilhelm Derix in Düsseldorf wertvolle Erfahrungen für sein späteres Tun. Studien an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg schlossen sich bis 1952 an. Die Pflege internationaler Kontakte war zeitlebens ein Kennzeichen von Erich Lütkenhaus' Aktivitäten: 1963/64 sammelte er völlig neue Erfahungen in Brüssel, wo er mit belgischen Aluchromisten arbeitete; in dieser Zeit entstanden archetypsiche Wesen mit deformierten Proportionen. Ein Lehrauftrag im oberösterreichischen Linz 1967/1968 führte zu einer lebenslangen Beziehung mit den dortigen Künstlern, die ihm 1998 die Verleihung der Kulturmedaille des Landes Oberösterreich einbrachte. In Hamm prägte Erich Lütkenhaus nicht nur die lokale Kunstszene, sondern von 1973 bis 1988 als Kunsterzieher am Märkischen Gymnasium auch zahlreiche Schüler-Jahrgänge. Die Jahresgaben, die er von diversen national renommierten Künstlern für die Abitur-Jahrgänge "organisierte", haben heute Seltenheitswert. Als kreativer "Sozialarbeiter" verhalf er zudem viele Jahre in der Justizvollzugsanstalt Hamm manchem Inhaftierten zu neuem Lebenssinn. Sein Engagement würdigte die Stadt Hamm 1989 mit der Verleihung des Wappentellers. 1994 etablierte er mit Hamms polnischer Partnerstadt Kalisz eine "Sommerakademie", die seitdem in zweijährigem Turnus stattfindet; 2004 erhielt er unter anderem dafür die Verdienstmedaille der Universität Posen, Abteilung Kalisz. Zur langen Liste der Ehrungen gehören außerdem die Ehrenmitgliedschaft im Kunstverein Hamm (1999) und im Westdeutschen Künstlerbund (2000) sowie die Verleihumg des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Januar 2001. Der umfangreiche künstlerische Nachlass geht an die Stiftung Kunstfonds, dessen Archiv im Gutshof der Abtei Brauweiler in Pulheim bei Köln untergebracht ist. Ziel des Fonds ist es, künstlerisch und historisch relevante Kunstproduktion der jüngeren Vergangenheit zu archivieren, pflegen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten. gs

Von Korff Lambert, Delbrück

04.11.2010 um 19:41 Uhr von VRS
Mit großem Bedauern habe ich vom Tode Erich Lütkenhaus gehört, ich möchte hiermit meine tief empfundene Anteilnahme ausdrücken. er war mein Kunstlehrer am Märkischen Gynmasium und hat mein Gefühl für Kunst geweckt und damit auch mein intellektuelles Verständnis deutlich erweitertr, wovon ich bis heute profitiere. Einige Werke in meinem Besitz werde ich in Ehren halten. RIP Dr. Lambert Korff

Von Anja Wiese, Düsseldorf

05.11.2010 um 16:58 Uhr von VRS
Wir verdanken ihm sehr viel. Auch über unsere Schulzeit hinaus war er Ansprechpartner, Berater und ein stets am Schaffen der eigenen und der jüngeren Generationen ernsthaft interessierter Künstler-Kollege. Ihm lag mehr am Herzen als nur die eigenen Belange. Er war ein besonderer Mensch und er wird uns fehlen. Ich werde ihn immer ein ehrendes Andenken bewahren. Danke für alles! Anja Wiese