Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Elisabeth Blöcher, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Von Trauer.de Redaktion, Hamm
24.06.2010 um 20:53 Uhr von VRSSie war eine Frau mit Ecken und Kanten, die sich im Laufe des Lebens nicht abgeschliffen haben. Nicht durch Steine, die im Weg lagen, nicht durch die Zeit. Elisabeth Blöcher war eine Kämpfernatur, die ihren letzten Kampf nicht gewinnen konnte. Sie starb am Wochenende kurz vor Vollendung ihres 79. Lebensjahres. Sie folgte ihrem Mann Gerd. Die Trauer ist groß.
Elisabeth Blöcher kümmerte sich um Senioren und ihre Bedürfnisse, als sie selbst noch "im besten Alter" war. "Die ältere Generation braucht unsere Solidarität" - das hatte die engagierte Lüdenscheiderin, die 1972 CDU-Mitglied wurde, zeitweise Kreisvorsitzende und Ratsfrau war, früh erkannt, lange bevor Demographie zum Modethema wurde. Dass sie ihre Partei 1999 verließ, passte zu ihr, für die das Leben ein "Entweder - oder" war und kein "Sowohl - als auch".
1981 übernahm Elisabeth Blöcher die Leitung des einst fast 1000 Mitglieder starken Seniorenkreises, heute Club Aktiv. Den Verein - sie war Ehrenvorsitzende - hat sie durch Höhen und Tiefen geführt. Ihr ständiger Kampf um Finanzen, um Wohl und Wehe ihrer Herzensprojekte, um deren sichere Zukunft - all' das habe auch ihrer Gesundheit geschadet, wissen die, die ihr nahe standen. Die Familie, Sohn und die Enkel, mussten sie immer teilen mit jenen, die sie auch brauchten. Doch was sie, auch dank ihres begeisterungsfähigen Naturells, geschaffen und geschafft hat, bleibt über den Tag hinaus bestehen.
Das gilt ebenso für die Seniorenresidenz Oeneking, die 1990 eingeweiht wurde. Deren Aufbau ist untrennbar mit ihrem Namen verbunden. Nicht nur der Dank derer, um die sie sich zeitlebens gekümmert hat, denen sie Mut zusprach oder das Leben erleichterte, war ihr gewiss. Auch öffentliche Anerkennung gab es: 1991 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz und 1994 den Bürger-Preis.
Ihre christliche Erziehung war der Grundstein für ihr soziales Engagement. Ihr Vater, Alex Funcke, leitete lange die Bodelschwinghschen Anstalten in Bethel. Hier lernte Elisabeth Blöcher Krankenpflege an Schwerbehinderten, ehe sie ihre Berufsausbildung als staatlich geprüfte Wirtschaftstreuhänderin begann und auf diesem Umweg doch wieder zu ihrer Berufung fand.
Susanne Kornau