Annemarie Brune

Annemarie Brune

† 31.03.2013
Erstellt von VRS Media
Angelegt am 03.04.2013
9.333 Besuche

Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Annemarie Brune, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Körbecke

03.04.2013 um 09:49 Uhr von VRS

Im Alter von 87 Jahren ist am Ostersonntag Annemarie Brune im St.-Elisabeth Wohn- und Pflegeheim gestorben. Sie stand dem Altenheim selber seit 1977 bis zu ihrer Pensionierung als Verwaltungsleiterin und als 'gute Seele des Hauses' vor. Zuvor hatte sie seit 1950 das ehemalige St. Elisabeth-Krankenhaus geleitet und bis zu dessen Umstrukturierung in ein Altenheim diverse Umbau- und Renovierungsarbeiten, wie zum Beispiel den Neubau der Kapelle und des Schwesternwohnheimes, begleitet.
Nach ihrer Schulzeit in Körbecke arbeitete sie sechs Jahre bei der Sparkasse Körbecke und entdeckte ihre Affinität zu Zahlen und zur Bilanzierung. Sie vergaß bis kurz vor ihr Lebensende keinen Geburtstag, keine Telefon- oder Kontonummer.
Es war für sie selbstverständlich, ihr Talent der Kirchengemeinde St. Pankratius zur Verfügung zu stellen. So wirkte sie über 31 Jahre als Rendantin im Kirchenvorstand. In dieser Zeit unterstützte sie den Bau des heutigen Ludwig-Kleffmann-Hauses sowie die Erweiterung des Kindergartens oder die Renovierung der Pfarrkirche.
Pfarrer Ludwig Kleffmann bedankte sich im Rahmen ihres 20-jährigen Jubiläums als Rendantin mit den Worten: '... immer wieder Etat und Rechnungslage - Bilanz -, ...Ärger, Enttäuschung, Geldsorgen ... und immer wieder zurück in Treue, Verantwortung und aus Liebe zur Sache und für die Gemeinde.'
Bei ihrem Ausscheiden aus dem Kirchenvorstand bemerkte der damalige Pfarrer Alfons Dicke zu Recht, dass sie bei der anstrengenden Arbeit auch einen Teil ihrer Gesundheit eingebüßt habe.
Vielen wird das Bild in Erinnerung bleiben, wie sie im alten Krankenhaus im Eingangsbereich an der Pforte saß, Besucher und Patienten empfing und immer Zeit für ein Schwätzchen fand.
Sie selbst berichtete, dass sie in Zeiten des alten Krankenhauses, wenn kein Personal verfügbar war, auch schon einmal den Bleistift gegen einen OP-Kittel getauscht hat und zusammen mit Dr. Allhoff eine Äther-Narkose tropfen musste. Außerdem stand sie fast allmorgendlich in der hauseigenen Waschküche und mangelte die anfallende Bettwäsche.
Annemarie Brune lebte seit Oktober 2009 selbst im St. Elisabeth Wohn- und Pflegeheim, das sie über die Grenzen des Ortes bekannt gemacht hat. Stets geduldig ertrug sie lange Jahre ihr durch schwere Krankheit gekennzeichnetes Schicksal und entschlief nun im engsten Kreise ihrer Familie.